Homöopathie für Hunde – Teil 1 – Schreck lass nach …

Auf Anfrage der Zeitschrift „Dogs&Jobs” begann ich Anfang des Jahres 2019 eine Serie über Homöopathie für Therapiehunde zu schreiben, die insgesamt 6 Teile umfassen sollte. Auch im „Pfotenabdruck“ der Hundelobby e. V. sind bereits zwei Teile der Serie etwas abgewandelt erschienen. Hier auf meiner Seite werde ich die Artikel nach und nach ebenfalls veröffentlichen.

Da diese Serie in zwei Hundezeitschriften erschienen ist, kommen Katzen und Heimtiere hier nicht vor. Auch diese Tierarten kann man selbstverständlich mit der Homöopathie unterstützen!

Teil 1: Schreck lass nach …

Unsere Hunde sind für uns ein Teil der Familie – und nicht nur das: sie leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und zu unserem inneren Gleichgewicht. Sie schenken Liebe und Achtsamkeit, gehen mit uns durch dick und dünn – und das alles ohne zu Fragen …

So wie unsere Hunde uns helfen, die innere Balance zu halten, so setzt es sich die Homöopathie zum Ziel, die Homöostase eines Patienten wieder herzustellen – dabei ist es egal, ob es sich um einen menschlichen, oder einen tierischen Patienten handelt. Sie versteht sich als eine Therapiemethode, die insbesondere auch die Lebensumstände des Patienten mit einbezieht und sich ein körperliches, geistiges und seelisches Gleichgewicht zum Ziel der Behandlung setzt.

Erkrankt unser Hund, ist es wichtig, dass er nicht nur seine körperliche Gesundheit wiedererlangt, damit er auch gesund bleibt. Eine Bisswunde hinterlässt z. B. sehr häufig nicht nur körperliche Narben. Geht der Hund fortan gestresst durchs Leben, ist sein Immunsystem geschwächt und es wird anfälliger für Infektionen. Die Homöopathie setzt hier ganzheitlich an und berücksichtigt nicht nur die Infektionsgefahr der Wunde, sondern auch die Wundheilung, den individuellen Schmerz und den seelischen Zustand des Patienten. Im Akutfall kann hier ein nach Causa und einigen deutlichen Symptomen gut gewähltes homöopathisches Mittel oft sehr schnell und nachhaltig helfen, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Ist ein Tier hingegen bereits chronisch erkrankt, müssen weitaus mehr Faktoren berücksichtigt werden. Hier kann ein nach ausführlicher Anamnese individuell gewähltes Mittel dem Hund helfen oder bei fortgeschrittenen Erkrankungen palliativ, also lindernd auf die Beschwerden wirken.

Auch in absoluten Notfall- oder Schrecksituationen kann die Homöopathie hilfreich sein, um den ersten Schreck zu überwinden oder das Tier auf dem Weg zum Tierarzt zu stabilisieren. Nur ist hier meist kein ausgebildeter Tierhomöopath in der Nähe …

Homöopathie verstehen – Teil 1:

Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt

 „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ – So lautet das erste Grundprinzip der Homöopathie, das Samuel Hahnemann in einem Satz beschreibt: „Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll.”

Ganz kurz und einfach gesagt bedeutet dies: Die homöopathische Zubereitung der Zwiebel – z. B. Allium Cepa C30 – wirkt auf eine Erkältung, deren Symptome denen ähnlich sind, die beim Schneiden einer Zwiebel auftreten: Brennende, rote Augen, Tränenfluss, Niesen …

Wer Nachts schlaflos und erregt im Bett liegt und sich fühlt als hätte er zu viel Kaffee getrunken, kann durch die homöopathische Zubereitung des Coffeins – z. B. Coffea C30 – in einen wohligen Schlaf finden.

Die Entdeckung des Simile-Prinzips –
Die Geburtsstunde der Homöopathie

Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10. April 1755 in Meißen geboren. Talentiert und strebsam wie er war, absolvierte er ein Medizinstudium, machte eine pharmazeutische Ausbildung und beherrschte mehrere Sprachen, mit Hilfe derer er sich, durch Übersetzungen wissenschaftlicher Schriften, lange Jahre seinen Lebensunterhalt verdiente.

Bei einer dieser medizinischen Übersetzungen wurde er auf die Chinarinde aufmerksam, die sehr erfolgreich zur Behandlung der Malaria eingesetzt wurde und deren Wirkmechanismus er näher erforschen wollte.

Er machte einen Selbstversuch und nahm über mehrere Tage lang Chinarinde ein. Er entwickelte dabei viele Malaria-typische Symptome, die nach Beendigung der Einnahme wieder verschwanden. Hahnemann waren diese Symptome gut bekannt, da er selbst schon einmal an Malaria erkrankt war. Die Chinarinde hatte an ihm – einem gesunden Menschen – Symptome einer Malariaerkrankung hervorgerufen.

Hahnemann folgerte, dass in dieser Tatsache die Wirksamkeit der Arznei gegen Malaria begründet läge. Nach sechs weiteren Jahren Forschung, Beobachtung und Versuchen an sich und seiner Familie veröffentlichte er seine Ergebnisse 1796 in einer anerkannten Fachzeitschrift und formulierte erstmals das Ähnlichkeitsprinzip:

„Similia similibus curentur

Die homöopathische Notfallapotheke

Erste-Hilfe Maßnahmen lernt fast jeder – ob für Mensch oder Hund – sie helfen Leben retten. Aber auch die richtige Wahl und Gabe eines passenden homöopathischen Mittels in Notsituationen kann man lernen und die wichtigsten Arzneien in einer kleinen Notfallapotheke immer dabei haben.

Die Causa (Ursache) ist in der Homöopathie eines der wichtigsten Kriterien für die Arzneiwahl. Und gerade diese ist im Notfall oft sehr deutlich, was es auch für Laien möglich macht, schnell die passende Arznei zu wählen.

Zwei wichtige Arzneien für die „Folgen von Schreck“ lassen sich z. B. durch die deutliche Ausprägung der Reaktionen des Tieres unterscheiden. Benötigt das Tier Aconitum ist es im Schreck so gefangen, dass es sich fühlt wie „in den Fängen des Höllenhundes“ und vor Panik kaum zu beruhigen oder wie erstarrt ist. Alle Sinne sind in Alarmbereitschaft. Einem Patienten von mir half Aconitum nach einer heftigen Beißattacke, überhaupt wieder Berührung und Annäherung zuzulassen und sich wieder vor die Tür zu wagen.

Zieht sich ein Tier hingegen nach einem heftigen Schreck in sich zurück, wirkt abwesend, lässt aber kein Leid er kennen, benötigt es viel eher eine Gabe homöopathisches Opium.

Um in solchen oder ähnlichen Fällen dem eigenen Tier auch als Laie sicher helfen zu können, bedarf es einiger Grundkenntnisse über die Homöopathie und die Kenntnis der wichtigsten Notfallarzneien – dieses kann man in wenigen Stunden erlernen.

In diesem Blog und natürlich in den folgenden Ausgaben der „Dogs&Jobs“ und des „Pfotenabdrucks“ der Hundelobby e. V.  erkläre ich die wichtigsten Grundlagen der Homöopathie und stelle nach und nach einige der wichtigsten Arzneien für den Notfall kurz vor. Bei Interesse und bevor Sie die Homöopathie in der Praxis bei Ihrem Tier anwenden, empfehle ich Ihnen, sich mit Hilfe guter Literatur und/oder in einem Kurs weiterzubilden.

Homöopathie lernen

Um in solchen oder ähnlichen Fällen dem eigenen Tier auch als Laie sicher helfen zu können, bedarf es einiger Grundkenntnisse über die Homöopathie und die Kenntnis der wichtigsten Notfallarzneien – dieses kann man in wenigen Stunden erlernen. Auf dieser Webseite und natürlich in den folgenden Ausgaben der „Dogs&Jobs“ und des „Pfotenabdrucks“ der Hundelobby e. V.  erkläre ich die wichtigsten Grundlagen der Notfallhomöopathie und stelle nach und nach einige der wichtigsten Arzneien kurz vor.

Bei Interesse und bevor Sie die Homöopathie in der Praxis bei Ihrem Tier anwenden, empfehle ich Ihnen, sich mit Hilfe guter Literatur und/oder in einem Kurs weiter zu bilden. Am 24.07.2021 startet wieder unsere Online-Seminarreihe „Homöopathische Notfallapotheke für Tiere“. Auch in diesem Jahr haben wir – auf Wunsch der bisherigen Teilnehmer – zwei weitere spannende Ergänungsmodule geplant.

Meine Buchempfehlungen zur Notfall-Homöopathie

Manuel M. i Ratera – Erste Hilfe durch Homöopathie – Herausgeber: Hahnemann Institut
Aleksandar Stefanovic– Notfall Globuli, Similimun Verlag

Fortsetzung folgt …

Freuen Sie sich auf Teil 2 der Serie: „Nach dem Zusammenstoß! Schnelle Hilfe bei stumpfen Verletzungen!“ sowie „Homöopathie verstehen Teil 2: Die Symptome und Zeichen der Arznei“

Dieser Artikel ist auch in leicht abgewandelter Form im Potenabdruck, Ausgabe 01/2019 der Hunde-Lobby e. V. erschienen.

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