Impf-Spezial – Teil 1 – Die Grundimmunisierung

Sie habe den Impftermin versäumt? Und nun soll Ihr Tier neu grundimmunisiert werden? Das „volle Programm“? Immer wieder höre ich davon, dass Tiere, bei denen die Tierhalter den Termin zur Wiederholungsimpfung von Impfungen mit Lebendviren versäumt haben, erneut grundimmunisiert werden sollen.

Diese Praxis ist schlicht falsch, völlig unnötig und kann sogar gefährlich werden.

Tierärzte die dies tun sind entweder sehr schlecht informiert oder wollen mit den Impfungen Geld verdienen – beides geht zu Lasten der Tiergesundheit und ich weiß ehrlich gesagt nicht, welche Option ich schlimmer finde. Zum Glück gibt es aber auch immer mehr Tierärzte, die sehr gut informiert sind und die Tierhalter vernünftig über Impfungen aufklären.

Was bedeutet eigentlich Grundimmunisierung?

Ein Tier ist korrekt grundimmunisiert, wenn es durch die Impfung ausreichend Antikörper und ein Immungedächtnis aufgebaut hat.

WICHTIG ZU WISSEN:

Neugeborene Tiere bekommen von der Mutter maternale Antikörper über die Plazenta und/oder über die erste Muttermilch, das Kolostrum bzw. die Biestmilch. Diese Antikörper schützen die Kleinen in den ersten Wochen vor Infektionskrankheiten, verhindern aber auch, dass bei einer Impfung ein Impfschutz aufgebaut wird.

Der Abbau dieser Antikörper erfolgt individuell innerhalb der ersten 16 Wochen, es ist also nicht möglich den geeigneten Impfzeitpunkt pauschal festzulegen. Um die immunologische Lücke so kurz wie möglich zu halten, werden Welpen daher mehrfach geimpft.

Merke: Die maternalen Antikörper sind der Grund für die offiziell empfohlenen Impfintervalle bei der Grundimmunisierung von Welpen

  • Bei Welpen besteht die Grundimmunisierung nach den Richtlinien der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet)1 aus drei Impfungen im Abstand von vier Wochen (8. /12. /16. Lebenswoche) und einer weiteren Impfung mit 15 Monaten
  • Der Weltverband der Kleintierärzte WSAVA2 empfiehlt durch einen Antikörpertiter-Test die Notwendigkeit der erneuten Impfung mit 15 Monaten individuell zu hinterfragen.
  • Zur Bestimmung des individuell geeigneten Impfzeitpunktes eines Welpen ist eine Bestimmung des Maternalen-Antikörper-Titers möglich
  • Eine Grundimmunisierung ist immer nur einmal im Leben eines Tieres nötig
  • alle Impfungen nach abgeschlossener Grundimmunisierung nennt man Wiederholungsimpfungen
  • Bei Überschreiten des Impftermins für die Wiederholungsimpfung ist keine erneute Grundimmunisierung nötig!
  • Bei der Erstimpfung eines Hundes älter als 16 Wochen genügt bei Lebendimpfstoffen eine Impfung sowie eine Wiederholungsimpfung nach einem Jahr (nach Antikörpertiter-Test) um einen langjährigen, wahrscheinlich lebenslangen Impfschutz aufzubauen
  • Ist eine Impfung mit Totimpfstoffen nötig, besteht die Grundimmunisierung in jedem Alter aus zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen, da der Körper auf diese Impfstoffe schwächer reagiert. Diese Impfungen müssen auch häufiger wiederholt werden.

Mehr zum Thema Grundimmunisierung, immunologische Lücke, Antikörper-Titer, Lebend- und Totimpfstoffen erfahren Sie im Grundlagenseminar unserer Seminarreihe „Nur ein kleiner Pieks? – Haustiere sinnvoll impfen!“. Tragen Sie sich gerne unten in den Newsletter ein, wenn Sie über den nächsten Starttermin informiert werden möchten.

1 Impfleitlinien der StIKo Vet
2 Impf-Richtlinien des WSAVA (englisch)

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